Saluti!

Ein Desaster das Kind, sagte Mutter und guckte komisch. Schon Mitte vierzig und immer noch
kein Enkelkind in Sicht. Der Zug ist abgefahren – tuuuut tuuut – stehend am Gleis nur Tumult.
War wohl keine Phase, die Identitätskrise keine hohlen Phrasen, das Kind sträubt sich unserer Ideale und fügt sich nicht, pfeift nicht nach unserer Nase und Scherben flogen zuhause am Boden, zerstörte Vasen. Ach heerje auch das noch!
Abgebrochenenes Studium, es landet bald im Loch und was haben wir nur falsch gemacht, jetzt wird sie auch noch krank. Na herrlich, vielleicht vertauscht
im Krankenhaus versehentlich? Immer schaute Mutter komisch, war nie stolz auf meinen Kopf aus Pinocchio-Holz und ich stand erst recht nicht in ihrer Gunst als ich verkündete „ich liebe Kunst“. Wovon willst du leben, fragte sie. Will nicht einfach Überleben, sagte ich, sondern im Leben schweben wie ein Licht. Ihr Blick gefestigt, verriet keine gute Aussicht. Tanti Saluti Mamma.

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